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Vorwerk

  • Vorwerk
  • Gewicht Hahn: 3kg
  • Gewicht Henne: 2,5kg
  • Bruteigewicht: mind. 50g
  • 1. Jahr: 150 Eier
  • 2. Jahr: 150 Eier

Um das Jahr 1900 herum fasste der Othmarschener Oskar Vorwerk den Entschluss, ein Zwiehuhn zu züchten, das der Zeichnung des Lakenfelder Huhns entsprach. Allerdings sollte es deutlich im Landhuhntyp stehen und dabei, anders als das Lakenfelder, ein sattgelbes Körpergefieder aufweisen. Die Lakenfelder, die ohnehin als eine der wohl farbenprächtigsten deutschen Rassen gelten, bildeten zusammen mit Ramelshoher und Hittfelder Landhühnern den Grundstock für seine Zuchtidee des multitalentierten Wirtschaftshuhns, das auch etwas fürs Auge sein sollte. Später kreuzte er zur Farbverbesserung gelbe Orpington Hühner ein. Für die samtig wirkende schwarze Zeichnung, vor allem am Halsgefieder, bediente sich Vorwerk der Andalusier Hühner. Sie waren darüber hinaus auch mit Blick auf die Farbintensivierung des grauen Untergefieders von großem Nutzen für seine neue Rasse. Diese wurde dann nach mehr als 10-jährigen Zuchtbemühungen erstmals im Jahr 1912 in Hannover vorgestellt und noch im gleichen Jahren bei der Hamburger Ausstellung anerkannt.

Vorwerkhühner

Die Rasse der Vorwerk verbreitete sich schnell, was nicht zuletzt an der großzügigen Weitergabe von Zuchtmaterial durch Oskar Vorwerk begründet war, starb dann aber während des zweiten Weltkriegs beinahe aus. Für die Zucht standen im Jahr 1946 nur noch ganze zwei Vorwerkhähne und 26 Hennen zur Verfügung. Ein Bestand, der sich heute jedoch wieder erholt hat und das, obwohl die Vorwerk Hühner, wie viele andere Rassen auch, mit modernen Wirtschaftshühnerrassen in punkto Legeleistung kaum mithalten können. Es ist eben der Liebhaber, der mit seiner Hartnäckigkeit immer wieder dazu beiträgt, die Rassevielfalt zu erhalten.

Farben der Vorwerk Hühner

Die Vorwerk Hühner bestechen durch ihre einzigartige, gleiche Farbgebung bei beiden Geschlechtern. Sowohl der Hahn, als auch die Henne weisen die gleiche Färbung des Gefieders auf. Lediglich die Leuchtkraft tritt bei der Hennen nicht so stark hervor, wie bei ihrem männlichen Rassekollegen. Besonders auffallend ist hierbei der krasse Farbabsatz von Halsbehang zu Sattel, bzw. Brust. Während Kopf und Halsbehang ebenso samtig schwarz sind wie der Schwanz, steht das leuchtende tiefgoldgelbe Gefieder des Rumpfes hierzu in starkem Kontrast.

Vorwerk Hahn

Vorwerk Henne

Die Augen dieser Hühner sind von orangeroter bis orangegelber Farbe und mit einer beeindruckenden Lebhaftigkeit versehen. Kamm und Kehllappen sind dabei ebenso rot, wie das mit Federn besetzte Gesicht des Vorwerk Huhns. Die Ohrscheiben sind hingegen weiß, wobei diese auch einen kleinen roten Rand aufweisen können. Einen wunderbaren Kontrast zum Körper bilden dabei auch die Läufe, die in schieferblau hervortreten.

Körperbau der Vorwerk Hühner

Die Vorwerkhühner stehen im deutlichen, mittelschweren Landhuhntyp und entsprechen dabei dem typischen „alten deutschen Landhuhnschlag“. Ein nicht zu großes, mehr tief als hoch gestelltes, schlankes aber muskulöses Huhn mit voller, breiter Brust und mäßig langem Rücken, das auf den ersten Blick als gutes Legehuhn zu erkennen ist. Hierbei sollte es sowohl dem Schönheitssinn des Liebhabers entsprechen, als auch seiner wirtschaftlichen Eignung nachkommen. Hahn und Henne des Vorwerks unterscheiden sich hinsichtlich des Köperbaus, ebenso wie in Bezug auf ihr Gefieder kaum.

Vorwerk Hühner

Bei der Henne ist ein sehr voller Bauch und eine tiefe Brust jedoch wünschenswert, um ihre Legeleistung zu untermalen. Im Gegensatz zum Hahn darf sich bei der Henne zudem der hintere Kamm ein wenig zur Seite neigen und muss nicht aufrecht stehen, wie beim Vorwerk Hahn. Das Gewicht dieser mittelschweren Hühnerrasse bewegt sich zwischen 2,5 und 3 Kilogramm für den Hahn und bei 2 bis 2,5 Kilogramm für die Henne.

Temperament und Eignung

Vorwerkhühner gelten als so genannte Zweinutzungshühner, liefern neben Eiern also auch noch einen passablen Sonntagsbraten. Zwar ist der Fleischansatz längst nicht so hoch wie bei anderen Nutzhuhnrassen und auch die Legeleistung dieser Hühner, von rund 150 Eiern im Jahr, kann sicherlich nicht mit der von Wirtschaftslinien verglichen werden, für den kleinen Haushalt – und hier nicht zuletzt als Blickfang im Garten – sind die Vorwerk Hühner hingegen bestens geeignet.

Vorwerkhühner Stämmchen

Sie sind durch ihr dichtes Untergefieder besonders wetterhart und von robuster Gesundheit und zudem sehr zutraulich und gutmütig. Selbst unter den Hähnen ist eine Verträglichkeit zu beobachten, wie sie für männliche Hühnervögel eher selten ist. Die Vorwerkhühner sind dabei relativ frühreif, wenn die Hühner im August bis Septemper ihre 20-ste Lebenswoche erreichen kann man bald mit dem ersten Ei im Legenest rechnen. Erreichen sie erst später dieses Alter dauert es meist noch bis zum folgenden Frühjahr bis man das erste Hühnerei aus dem Nest nehmen darf. Vorwerk Hühner genießen zudem den Vorzug, dass sie in der Regel nicht besonders gut fliegen, was die Umzäunung des Auslaufs für den Halter deutlich vereinfacht. Allerdings hängt die Flugfähigkeit auch von Zuchtstamm und vom Alter der Hühner ab. Besonders Jungtiere sind etwas schreckhaft und überwinden bei Gefahr schon mal einen niedrigen Zaun. Steht ihnen im Übrigen genügend Auslauf zur Verfügung, sind sie sehr sparsame im Unterhalt, weil sie als sehr gute Futtersucher gelten und somit einiges an Zusatzfutter eingespart werden kann. Wenig ausgeprägt ist bei den Vorwerk Hühnern hingegen der Bruttrieb, doch wenn sie brüten, entpuppen sich die Hühner als gute Führerinnen und sozialisieren ihre Küken bestens.

Glucke mit Küken

Küken der Vorwerkhühner

Küken mit einem Alter von ca 6 Wochen der Vorwerk

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Fotos: c/o Barbara Burghardt und Ina Stötzer. www.erhaltungszucht-vorwerkhuhn.de

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