Zwerg Welsumer

anfängerfeundlich

Gewicht Hahn
1,30 kg
Gewicht Henne
1,10 kg
Nutzungsart
Zweinutzungshuhn (zeige alle)
Anfängerfreundlich
Ja (zeige alle)
Legeleistung 1. Jahr
180 Stück
Legeleistung 2. Jahr
180 Stück
Schalenfarbe der Eier
braun (zeige alle)
Bruteimindestewicht
47 g
Bruttrieb
kaum (zeige alle)
Winterleger
Ja (zeige alle)
Charakter
normal (zeige alle)
Federfüße
Nein (zeige alle)
Kammform
Einfachkamm (zeige alle)
Herkunftsland
Deutschland

Zwerg Welsumer sind eine beliebte Rasse für den Garten. Das Zwiehuhn ist für Anfänger geeignet und bereichert jeden Selbstversorgerhof.

Zwerg Welsumer sind neugierig, dabei genügsam und robust. Kalte Winter schaden ihnen nicht. Die Hennen legen braune, relativ große Eier, oft mit kleinen dunklen Punkten.

Gezüchtet wurden sie in Deutschland. Ursprungsrasse sind die Welsumer, eine holländische Großhuhnrasse.

Haltung der Zwerg Welsumer

Die kleinen Zwerghühner fühlen sich im Garten oder auf einem Hof ganzjährig wohl.
Um mit Zwerg Welsumern glücklich zu werden, brauchen Sie nicht viel Erfahrung in der Haltung von Hühnern zu haben.

Lebhaft durchwuseln die neugierigen Vögel den ganzen Tag ihren Auslauf. Kein kleiner Krabbler, kein Samenkorn bleibt unentdeckt. Die Schnäbel machen auch vor Schnecken nicht halt. Ist der Zaun nicht hoch genug, fliegen sie gern mal zum Nachbarn. Zwerg Welsumer fliegen für Hühner gern, gut und viel.

Zwerg Welsumer Hähne vertragen sich untereinander nicht. Sie zeigen starkes Konkurrenzverhalten. Zu einer Gruppe von mehreren Hennen sollten Sie nur einen einzelnen Hahn geben.

Vergesellschaftung der Zwerg Welsumer

Mit anderen Hühnern vertragen sich die Zwerge gut. Sie können Sie problemlos mit Hühnern anderer, auch großer Rassen zusammen halten. Sorgen Sie im Stall für genügend Rückzugsmöglichkeiten für die Kleinen, damit sie sich bei Streitigkeiten (Futterneid) zurückziehen können.

Menschen gegenüber zeigen sich Zwerg Welsumer zurückhaltend, sind aber nicht scheu. Sind Ihre Hühner erst neu bei Ihnen eingezogen, geben Sie ihnen ein paar Tage Zeit, sich einzugewöhnen.

Die Hühner lieben es, wenn Sie mit ihnen stets ruhig und gelassen umgehen. Vermeiden Sie jegliche Hektik im Auslauf oder im Stall.

Wirtschaftlichkeit

In der Wirtschaftlichkeit übertreffen die Zwerg Welsumer alle anderen Zwerghühner. Als Zwiehuhn liefern sie schmackhaftes, gesundes Fleisch. Dazu sind sie sehr legefreudig.

Legeleistung

Für Zwerghühner legen die Hennen viele und vor allem große Eier. Eine Henne legt im Jahr rund 180 Eier mit einem Gewicht von 47 bis 60g. Eine gute Legehenne erkennen Sie an ihren weißen Beinen. Bei Junghennen, die noch nie gelegt haben, sind die Beine gelb. Wenn sie anfangen zu legen, werden die Beine immer heller.

Legebeginn

Schon mit 5 Monaten beginnen die Junghennen zu legen. Achten Sie darauf, dass Ihre Hennen nicht zu fett werden. Dann lässt die Legeleistung nach.

Futterbedarf

An die Haltung und das Futter stellen sie keine großen Anforderungen. Ist der Auslauf groß genug, suchen sie sich fast ihr ganzes Futter selbst. Das senkt die Futterkosten enorm. Die kleinen Hühner brauchen im Stall nicht viel Platz, umso größer sollte der Auslauf sein.

Diese Rasse ist ideal für Menschen, die ein kleines Grundstück haben und die wissen wollen, wo ihr Frühstücksei und eventuell der Sonntagsbraten herkommen.

Brut und Küken

Ein Bruttrieb ist vorhanden, aber nicht stark ausgeprägt, wie bei allen auf Legeleistung gezüchteten Rassen. Wollen Sie eigenen Nachwuchs von Ihren Hühnern ziehen, geben Sie ein paar Bruteier einem Nachbarn oder Hühnerzüchter, der brutfreudigere Rassen oder einen Brutapparat hat.

Zwerg Welsumer Küken

Am günstigsten ist es, wenn die Küken von einer Glucke großgezogen werden.

Wie alle Jungtiere sind auch Zwerg Welsumer Küken lebhaft, neugierig, mit Begeisterung dabei, ihre Welt zu entdecken. Sorgen Sie deshalb für genügend Abwechslung und Unterhaltung im Hühnerauslauf. Das kann verschiedener Bodenbelag sein, wie Grassoden, Sandstellen, Laub, Tannenzapfen, kleine und große Steine mit und ohne Moos. Ein paar Äste oder Zweige zum Klettern, Pappschachteln oder -rollen zum Erkunden ergänzen den Spieleparcours. Spaß macht es den Kleinen auch, wenn sie einen Salatkopf zerpflücken dürfen.

Übrigens machen diese Spiele nicht nur den Küken Spaß. Die älteren Tiere freuen sich ebenso über jede Abwechslung, vor allem bei Stallpflicht.

Farben und Farbschläge der Zwerg Welsumer

Vier Farbschläge der Zwerg Welsumer sind anerkannt.

Farbschläge der Zwerg Welsumer:
  • blau-rostrebhuhnfarbig
  • rostrebhunfarbig
  • orangefarbig
  • silberfarbig

Die farbenfrohen orangefarbigen Hähne gehören zu den schönsten Hähnen unter den Zwerghühnern.

Zwerg Welsumer Hahn und Henne

Form

Der Hahn der Rasse hat einen walzenförmigen Rumpf, die Körperhaltung ist waagerecht. Die breite Brust ist gut gerundet, der Sattel voll befiedert und breit. Rücken, Hals und die Läufe sind mittellang. Die Flügel liegen fest am Körper an und sind gut entwickelt. Der Hahn trägt seinen mäßig langen Schwanz relativ hoch.

Kamm, Gesicht und Ohrlappen

Der Einfachkamm soll tief ausgeschnitten sein. Die Kehllappen sind kurz und gerundet, die Ohrlappen mandelförmig bei mittlerer Größe. Das Gesicht ist unbefiedert. Kamm, Kehl- und Ohrlappen, sowie das Gesicht zeigen ein lebhaftes Rot. Der Schnabel ist gelb bis hell hornfarbig, die Augen sind orangerot.

Färbung

Bei allen Farbschlägen ist die Brustzeichnung dreiteilig. Jede einzelne Feder, von der Oberbrust bis hinunter zum Bauchgefieder, hat drei deutlich voneinander abgegrenzte Farbbereiche. Der Federgrund ist blaugrau bis grauschwarz, das Mittelteil hat die Hauptfarbe des Hahnes und an der Spitze ist ein großer blauer oder schwarzer Tupfen.

Bei der Henne ist der Schwanz deutlich angezogen, dadurch wirkt sie kompakter. Sie hat einen mittelgroßen Stehkamm. Bei allen vier Farbschlägen weist das Gefieder eine Pfefferung auf. Das bedeutet, an den Federn des Flügel- und Mantelgefieders sind kleine schwarze Pünktchen.

Besonderheiten

Zerg Welsumer sitzen gern in Bäumen. Das kann so weit gehen, dass einzelne Hühner abends nicht in ihren Stall gehen, sie bleiben auf dem Baum. Haben Sie so ein zur Freiheit neigendes Exemplar, warten Sie bis es den Baum verlässt und schneiden sofort an einem Flügel einige Flugfedern ab. Bitte nicht abschütteln oder mit einer Stange herunter schubsen. Das verstört das Tier.

Die Hühner gewöhnen sich das auf dem Baum schlafen extrem schnell an. Als Nächstes wird die betreffende Henne den Stall komplett meiden und ihre Eier irgendwo draußen ins Gelände legen. Da ist dann Ihr Spürsinn beim Eiersuchen gefragt.

Zu allem Übel wirkt dieses Verhalten ansteckend. Schon bald werden mehr und mehr Hühner auf dem Baum schlafen.

Ursprung der Rasse Zwerg Welsumer

Um 1930 begannen deutsche Hühnerhalter, eine Zwergenform zu züchten. Diese ersten, noch relativ planlosen Zuchtversuche, wurden 1935 durch gezieltes Einkreuzen von Zwerg Rhodeländern, goldfarbigen Zwerg Italienern, rebhunfarbigen Zwerg Wyandotten und Deutschen Zwerghühnern abgelöst. Am Entstehen der Zwerg Welsumer waren mehrere Züchter beteiligt. Die Züchtung wurde 1947 in der Bundesrepublik und 1948 in der DDR als Rasse anerkannt.

1969 traten zum ersten Mal durch zufällige Mutation orangefarbige Tiere auf. Da dem Züchter die neue Farbe gefiel, entstand daraus ein neuer Farbschlag.

Die silberfarbenen Zwerg Welsumer dagegen, sind 1998 planmäßig entstanden. Silberhalsige Hähne von Zwerg Kraienköppen wurden gezielt mit rotrebhuhnfarbigen Zwerg Welsumer Hennen verpaart.

Mitte der 90er Jahre begannen Brandenburger Züchter den vierten Farbschlag, blau-rostrebhuhnfarbig, zu züchten. Sie kreuzten anfangs blaue Zwerg Italiener ein. Da sie mit den Ergebnissen nicht zufrieden waren, änderten sie den Zuchtplan. Jetzt kamen blaue Zwerg Niederrheiner zum Einsatz. Das brachte den gewünschten Erfolg. 2009 wurde auch dieser Farbschlag anerkannt.

Zwerg Welsumer bestechen durch eine hohe Legeleistung und einen guten Fleischertrag. Sie können problemlos in jedem Garten gehalten werden. Sie sind zu einer der beliebtesten Zwerghuhnrassen in Deutschland geworden und weit verbreitet.

Zwerg Welsumer im Überblick

robust, anfängerfreundlich, legefreudig, flugfeudig, wirtschaftlich, gute Futtersucher, schwacher Bruttrieb, für Gartenhaltung geeignet